Workshop zur Klimaanlage Baum vom Projekt Heißes Hellersdorf

Workshop zur Klimaanlage Baum vom Projekt Heißes Hellersdorf

Am Mittwoch, den 6. August fand im Rahmen des Projekts „Heißes Hellersdorf“ ein Workshop zum Thema „Klimaanlage Baum“ statt – zeitlich passend zum Beginn der nächsten sommerlichen Hitzeperiode. Der Workshop baute auf dem Workshop vom letzten Jahr auf, wählte eine andere Route durch das Quartier Boulevard Kastanienallee und ergänzte weitere thematische Akzente.

Los ging es um 17 Uhr, der Treffpunkt war dieses Mal das südliche Ende der Kastanienallee. Zum Auftakt stellte Tourguide Doreen Hantuschke von Naturschutz Malchow den Teilnehmenden die Frage, wie viele Straßenbäume es in Marzahn-Hellersdorf gibt. Die Antwort, die von keinem der Teilnehmenden in dieser Höhe geschätzt wurde, lautete 45.000. Es ist eine bemerkenswerte Zahl, die für Klimagerechtigkeit in einer dicht besiedelten und bebauten Großstadt, mit großem Verkehrsaufkommen und einem hohen Grad an Versiegelung nicht genug sein kann.

Der Einstieg ins Workshopthema „Klimaanlage Baum“ war damit geglückt: Bäume spenden nicht nur Schatten, sondern wandeln CO₂ in Sauerstoff um, indem sie Kohlenstoff binden. Diese wichtige Leistung der Photosynthese ist angesichts der klimatischen Bedingungen heutzutage wichtiger denn je. Je größer die Verdunstungsfläche durch Größe und Blattmasse eines Baums ist, desto größer ist die vom Baum ausgehende kühlende Wirkung. Ein ausgewachsener Baum kann die Leistung von bis zu zehn elektrischen Klimaanlagen erbringen.

Mit zunehmender Baum- und Blattgröße steigt gleichzeitig der Wasserbedarf – der Baum braucht zu trinken. Bei Neupflanzungen von Bäumen in Großstädten entsteht in diesem Zusammenhang oft das Problem, dass die Setzlinge nicht ausreichend tief wurzeln können – etwa durch für Wurzeln ungeeignete, darunter liegende Bodenschichten, konkurrierende Wurzeln anderer Bäume, salzhaltige Böden oder andere missgünstige Umstände wie zum Beispiel Hundeurin. In Berlin sterben derzeit leider 40 bis 45 Prozent der neu gepflanzten Bäume innerhalb der ersten Monate und Jahre nach ihrer Pflanzung ab. Besonders geschieht das in Hitzeperioden, weil sie dann mit ihren Wurzeln nicht an ausreichend Wasser kommen, beziehungsweise nicht ausreichend bewässert werden. Fachleute empfehlen daher, junge Bäume bis zu acht Jahre lang gezielt zu bewässern, etwa durch Auftragsbewässerung oder Gießsäcke. Dieser Standard hat sich noch nicht überall durchgesetzt.

Eine Baumart, die für erfolgreiches Wurzeln und Anwachsen im großstädtischen Raum bessere Perspektiven hat, ist der Feldahorn: Seine Verdunstungsleistung ist durch die geringere Blattmasse geringer, die Baumart kommt durch ihren gleichzeitig geringeren Wasserbedarf aber besser mit weniger Wasser während Hitzeperioden aus. Bei geplanten Neupflanzungen gewinnt der Feldahorn in Berlin zunehmend an Popularität.

Die wichtige Bedeutung des Themas aufgreifend, begleitete ein filmender Vertreter des rbb den Rundgang. An mehreren Stellen wurden ganz konkret die Wachstumsbedingungen unterschiedlicher Bäume mit ihren verschiedenen Wurzeltypen unter die Linse genommen. Besonders freute sich die Gruppe über positive Beispiele für Baumpflanzungen, die sie entdecken konnte. Beim Rundgang mit dabei war auch Siegfried Nord, Sprecher des Quartiersrats im QM-Gebiet Boulevard Kastanienallee. Im Austausch wies er auf weitere Stellen hin, die im Quartier Boulevard Kastanienallee thematisch relevant sind.

Das Projekt Heißes Hellersdorf ist ein Verbundprojekt der drei Hellersdorfer Quartiersmanagementgebiete und wird bis Ende des Jahres über das Programm Sozialer Zusammenhalt gefördert.

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