Quartiersmanagement Hellersdorfer Promenade

20 Jahre Soziale Stadt

Aus Anlass des Jubiläums 20 Jahre Soziale Stadt und 20 Jahre Berliner Quartiersmanagement fand am Dienstag, den 10. September, ein Festempfang im Roten Rathaus statt.


Text / Bilder: Kiezredakteur

Michael Müller, Regierender Bürgermeister von Berlin, bedankte sich bei allen Beteiligten für ihr Engagement für das Berliner Quartiersmanagement auf den verschiedenen Ebenen in der deutschen Hauptstadt. Zum Festempfang waren zahlreiche Vertreter*innen aus Verwaltung und Quartiersmanagement eingeladen, ebenso die Sprecher*innen der Quartiersräte. Über dieses Gremium werden Bewohner*innen an der Stadtentwicklung in ihrer nahräumlichen Umgebung beteiligt.

42 Quartiersmanagementgebiete wurden seit dem Programmstart im Jahr 1999 mit einer beträchtlichen Summe von über 470 Millionen Euro an Fördermitteln unterstützt. Über einen Zeitraum von 20 Jahren konnten so an vielen Orten hochwertige neue Infrastrukturen geschaffen und Nachbarschaften gefördert werden. Genauso lange ist Ralf Wieland Abgeordneter im Berliner Abgeordnetenhaus, mittlerweile bekleidet er das Amt des Präsidenten. „Ich habe die Soziale Stadt immer verteidigt, das galt besonders für die Anfangszeiten unter Vorzeichen konsequenter Sparpolitik. Der ehemalige Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit hatte mich damals scherzhaft als ‚Klucke‘ vom Stadtentwicklungsetat bezeichnet“, so Ralf Wieland.

In der Podiumsdiskussion – moderiert von Miriam Janke – betonte Katrin Lompscher, Senatorin für Stadtentwicklung und Wohnen, den wichtigen Stellenwert einer Einbeziehung von Bewohner*innen in die Quartiersentwicklung und damit einer Stärkung demokratischer Strukturen vor Ort. „Es ist wirklich ein Clou, dass man sich Dinge gemeinsam anschaut“, so die Senatorin.

Im Bereich der praktischen Ausrichtung und Umsetzung eines Förderprogramms wie Soziale Stadt könne man im In- und Ausland vieles von Berlin lernen, so der Regierende Bürgermeister Michael Müller. Dies erfahre er regelmäßig auf seinen Reisen.

Nicht immer einfach sei es mit Verwendungsweisen, wenn bei Fördermaßnahmen beispielsweise Gelder der EU dazukommen, bilanzierte Anne Katrin Bohle, Staatssekretärin im Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat. In Berlin gibt es mit den Quartiersbüros in den Quartiersmanagementgebieten eine professionelle und hauptamtliche Struktur für die Dauer des Programms in den jeweiligen Fördergebieten.

Gleich zu Beginn des Förderprogramms im Jahr 1999 wurde eine Umsetzung mit den Bezirken in den Quartieren vereinbart. Infolge der Neuausrichtung des Programms im Jahr 2005 wurde die Rolle der Kooperationspartner*innen gestärkt und kommt seitdem den Handlungsfeldern Bildung und Integration ein wichtiger Stellenwert bei durchgeführten Maßnahmen zu. Gleichzeitig wurde damals eine größere Anzahl an Quartiersmanagementgebieten neu eingerichtet.

Senatorin Katrin Lompscher verlieh ihrem Wunsch Ausdruck, dass möglichst viele der erfolgreichen Projekte von temporären Interventionen in dauerhafte Strukturen überführt werden. Dies gilt insbesondere, wenn für einzelne Gebiete eine Verstetigung eingeleitet wird und diese aus der Förderkulisse entlassen werden.

Thematisch passend zur Veranstaltung überraschte das Impro-Theater Berlin mit Sketchen, die zur Feierlichkeit des 20-jährigen Jubiläums des Förderprogramms passten. Begeistert war das Publikum besonders vom eigens komponierten Lied „Ihr setzt euch ein, Berlin soll noch sozialer sein“ – eine Losung, die für viele weitere Jahre Soziale Stadt und Berliner Quartiersmanagement gelten kann.

Bei einem anschließenden Stehempfang hatten die Gäste der Veranstaltung reichlich Gelegenheit für persönliche Gespräche.